
Man könnte meinen, je länger man Statine einnimmt, desto höher sei das Risiko für Sehnenprobleme. Die Studie untersuchte dies anhand der sogenannten „kumulativen definierten Tagesdosis“, also der Gesamtmenge des eingenommenen Medikaments. Es zeigte sich, dass Statin-Anwender unabhängig von der Gesamtdosis häufiger Sehnenprobleme hatten als Nicht-Anwender.
Das Interessante daran ist: Das Risiko, Sehnenentzündungen zu entwickeln, war in den ersten drei Monaten nach Beginn der Statintherapie am höchsten. Es lag in diesem Zeitraum um 134 % höher. Zwischen drei und sechs Monaten betrug der Anstieg 121 %. Nach sechs Monaten sank das Risiko deutlich auf nur noch 12 %. Dies deutet darauf hin, dass Sehnenprobleme durch Statine am ehesten in der Anfangsphase auftreten.
Abwägung von Nutzen und Risiken
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Bei Medikamenten gilt es immer, Nutzen und Risiken abzuwägen. Statine können für viele Menschen lebensrettend sein, insbesondere für diejenigen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder an Erkrankungen wie Diabetes leiden, die ein hohes Risiko für Herzprobleme bergen. Für diese Menschen sind die Vorteile von Statinen enorm.
Für Menschen ohne diese Risikofaktoren gestaltet sich die Entscheidung für oder gegen Statine jedoch etwas komplizierter. Für viele sind Statine nur eine von vielen Möglichkeiten, die allgemeine Gesundheit zu verbessern.
Wichtigste Erkenntnisse
- Bei Statin-Anwendern besteht ein höheres Risiko, Sehnenprobleme zu entwickeln.
- Das Risiko ist in den ersten drei Monaten der Statin-Einnahme am höchsten.
- Atorvastatin und Simvastatin zeigten die höchsten Raten an Tendinopathien.
- Rosuvastatin zeigte gemischte Ergebnisse, wobei bei einigen Sehnenproblemen höhere Raten beobachtet wurden, bei anderen jedoch nicht.
- Alle Statine scheinen das Risiko von Sehnenproblemen in gewissem Maße zu erhöhen.
Jenseits von Statinen: Die Rolle der Stoffwechselgesundheit
Viele wissen nicht, dass ein schlechter Stoffwechsel das Risiko für Sehnenprobleme genauso stark, wenn nicht sogar stärker, erhöhen kann als die Einnahme von Statinen. Eine Studie ergab, dass Menschen mit metabolischem Syndrom ein hohes Risiko für Sehnenprobleme haben. Das metabolische Syndrom ist eine Gruppe von Erkrankungen, die gemeinsam auftreten und das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes erhöhen. Es ist definiert durch das Vorliegen von mindestens drei der folgenden Kriterien:
- Zu viel Bauchfett
- Insulinresistenz oder gestörte Glukosetoleranz
- Bluthochdruck
- Abnormale Fettwerte in Ihrem Blut
- Hoher Nüchternblutzucker
Die Studie ergab, dass Menschen mit metabolischem Syndrom ein etwa 2,5-fach höheres Risiko für Sehnenverletzungen haben. Bei Personen mit einem hohen HbA1c-Wert (einem Marker für Prädiabetes und Diabetes) war das Risiko dreimal höher , bei Personen mit hohem Cholesterinspiegel 1,5-mal höher. Dies zeigt deutlich, dass Sehnenprobleme nicht nur durch Überbeanspruchung oder Verschleiß bedingt sind, sondern auch mit dem allgemeinen Stoffwechselzustand des Körpers zusammenhängen.