
Omas Rezeptbuch
Die stille Chemie des Eierkaffees
Diese Methode, die unter verschiedenen Namen wie schwedischer Eierkaffee oder Kaffee aus dem Kirchenkeller des Mittleren Westens bekannt ist, erfordert ein ganzes Ei – Eigelb, Eiweiß und zerstoßene Schale –, das vor dem Aufbrühen mit grob gemahlenem Kaffee und kaltem Wasser vermischt wird. Das Besondere daran ist, was beim Erhitzen der Mischung geschieht:
Klärung, ähnlich einer Consommé. Mit steigender Temperatur gerinnt das Eiweiß und bildet ein feines Netz, das Kaffeepartikel und Bitterstoffe zurückhält. Das Ergebnis ist eine kristallklare, kaffeesatzfreie Tasse ohne den schweren Bodensatz, der sich in herkömmlichen Kannen absetzt.
Sanfte Säurereduzierung. Die zerstoßene Eierschale, die hauptsächlich aus Kalziumkarbonat besteht, wirkt als natürlicher Puffer. Sie mildert scharfe, säurehaltige Noten, ohne den Charakter des Kaffees zu verfälschen. Deshalb schmeckt das fertige Getränk so bemerkenswert weich – niemals schwach, sondern rund und harmonisch.
Bewahrter Geschmack. Anders als Papierfilter, die die natürlichen Öle und Aromastoffe des Kaffees absorbieren, erhält diese Technik die Geschmacksnuancen und entfernt lediglich die unerwünschten Aromen. Das Eigelb trägt einen Hauch von Fülle bei, so subtil, dass er kaum wahrnehmbar, aber dennoch unbestreitbar wohltuend ist.
Wie man es auf traditionelle Weise braut
Zutaten: