Blaue Stoppschilder haben hingegen nicht dieselbe Rechtskraft. Sie befinden sich in der Regel auf Privatgrundstücken und nicht auf öffentlichen Straßen. Dazu gehören beispielsweise Parkplätze, Wohnanlagen mit Zugangskontrolle, Ferienanlagen, Universitätsgelände oder andere privat verwaltete Bereiche. Dort dienen die Schilder üblicherweise eher der Verkehrsführung und der Aufforderung zur Vorsicht, als dass sie eine offiziell geregelte Verkehrsanweisung darstellen.
Da blaue Stoppschilder auf Privatstraßen angebracht sind, dienen sie in der Regel eher als Erinnerungshilfe denn als verbindliche Verkehrszeichen. Sie sollen Autofahrer dennoch dazu anhalten, langsamer zu fahren, aufmerksam zu sein und gegebenenfalls anzuhalten, insbesondere an Stellen mit Fußgängern oder eingeschränkter Sicht. Ihre Funktion ist praktisch, aber nicht dieselbe wie die von herkömmlichen öffentlichen Straßenschildern.
Der Farbunterschied ist bewusst gewählt. Durch die Verwendung von Blau können Grundstückseigentümer und Autofahrer diese Schilder von den offiziellen roten, verkehrsrechtlich vorgeschriebenen Schildern unterscheiden. Dies trägt dazu bei, Verwechslungen zwischen den gesetzlichen Vorgaben im öffentlichen Straßenverkehr und den Anweisungen im privaten Bereich zu vermeiden. Es handelt sich um eine einfache, aber wirkungsvolle visuelle Unterscheidung.
Diese Schilder werden häufig angebracht, um die Sicherheit zu erhöhen, das Unfallrisiko zu verringern und den Fahrzeugverkehr in stark frequentierten Fußgängerbereichen oder Gebieten mit besonderen Zugangsbedingungen zu regeln. Insofern erfüllen sie nach wie vor einen wichtigen Zweck, auch wenn sie nicht die gleiche Rechtskraft wie kommunale oder staatliche Verkehrsschilder besitzen.
Der wichtigste Punkt ist, dass ein blaues Stoppschild keine neue Version des üblichen Verkehrszeichens ist und in der Regel keine rechtsverbindliche Verkehrsanweisung darstellt, wie es beispielsweise ein rotes Stoppschild tut. Vielmehr wird es typischerweise auf Privatgrundstücken als Warnhinweis verwendet, um sichereres Fahren und mehr Aufmerksamkeit zu fördern. Was zunächst ungewöhnlich erscheint, ist tatsächlich eine bewusste Gestaltungsentscheidung, die zeigt, wie selbst eine einfache Farbänderung die Bedeutung eines vertrauten Zeichens völlig verändern kann.